Q & A

1. ÜBER DEN KÜNSTLERVEREIN prideART

Der Künstlerverein prideART Berlin e.V. betreibt sein Atelierhaus in Lichterfelde als lebendiges LGBT-Kulturzentrum für queere Kunstausstellungen. Ziel ist es, queere Inhalte im öffentlichen Bewusstsein zu verankern, gesellschaftliche Akzeptanz zu stärken und Brücken zu bauen.

  • Das Kollektiv vernetzt etablierte Kunstschaffende mit Newcomern – von regionalen Autodidakten bis zu international bekannten Namen.
  • Das Atelierhaus versteht sich als geschützter Raum („Safe Space“), in dem Kreativität und Diversität im Mittelpunkt stehen.
  • Die heutige Nutzung als Ort der Freiheit bildet einen bewussten Kontrast zur früheren Funktion des Gebäudes als Gefängnis.
  • prideART finanziert sich völlig ohne Fördergelder und agiert komplett weisungsfrei. Motto: „Keinerlei künstlerische Zensur.“
  • Der Fernsehsender rbb24 bezeichnete das subventionsfreie Atelierhaus als „vollautarkes Kultur-Kraftwerk“.

Nein, ganz im Gegenteil. prideART versteht sich als offenes, inklusives Netzwerk. Der Ursprung liegt in der queeren Bewegung, und LGBTQIA+-Kunstschaffenden wird primär eine sichere, diskriminierungsfreie Plattform geboten.

  • Willkommen sind aber ausdrücklich alle Geschlechtsidentitäten, alle Altersgruppen und alle Ethnien.
  • Das Atelierhaus steht auch kunstinteressierten Gästen und „queer-friendly Allies“ offen, sofern die Werte Vielfalt, Respekt und Gleichberechtigung geteilt werden.

Das mehrstöckige Atelierhaus wird regelmäßig unter den Top-Adressen der LGBT-Gemeinschaft gelistet und gilt als „Berlins größter freier Kulturort für queere Kunstausstellungen“.

  • prideART Berlin e.V. arbeitet vollständig autark sowie ohne Zuschüsse oder Fördergelder.
  • Als institutionell geförderte Haupteinrichtung verfügt Berlin mit dem Schwulen Museum über ein weltweit bedeutendes Archiv- und Ausstellungszentrum für queere Geschichte und Kultur. Es erhält feste Förderung durch die Berliner Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt und bespielt vier subventionierte Flächen.
  • prideART dagegen erhält keinerlei Fördergelder und finanziert sich selbsttätig über eigene Mitgliedsbeiträge, die Vermittlung von Kunstverkäufen und über kleine Spenden.
  • Der Verein untervermietet 20 erschwingliche Atelierräume an lokale Kunstschaffende und finanziert damit seinen eigenen Mietzins.
  • Der historische Zellentrakt umfasst rund 40 ehemalige Schließzellen auf drei Geschossebenen, die heute als Atelierzellen und Showrooms genutzt werden.
  • Bei großen Ausstellungen werden im großen Bauwerk stets gleichzeitig rund 150–200 Werke (je nach Format) von Künstlern aus aller Welt präsentiert.

Das Konzept und das monumentale Atelierhaus wurden wiederholt von regionalen, nationalen und internationalen Medien aufgegriffen. Insgesamt eine breite Medienpräsenz.

  • Fernsehen: rbb24 „Der Tag“ und RBB „Studio 3“.
  • Tagespresse: Der Tagesspiegel, taz und Frankfurter Rundschau.
  • Queere und Berliner Stadtmagazine: Siegessäule, Blu Magazin, tipBerlin und B.Z. Berlin.
  • Das bundesweite Lifestyle-Magazin Männer berichtet regelmäßig über die Themen der Ausstellungen.
  • Internationale bzw. touristische Plattformen: TheLeft Berlin und visitBerlin.
  • Auch das Land Berlin und das Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf haben die soziokulturelle Bedeutung des Projekts für die Berliner Vielfalt hervorgehoben.

2. MITGLIEDSCHAFT & MITMACHEN

Ja. prideART steht grundsätzlich jeder Person offen und versteht sich als integrativer und inklusiver Künstlerverein.

  • Herzlich willkommen, völlig unabhängig von Alter, geschlechtlicher Identität, Nationalität, ethnischer oder sozialer Herkunft und politischer Orientierung.
  • Eine eigene queere Identität ist keine Voraussetzung; auch queer-friendly Allies sind willkommen.
  • Offen für kreative Schaffende aller künstlerischen Bereiche, Medien und Kunstformen – vom ambitionierten Einsteiger bis zum etablierten Profi.
  • Im Mittelpunkt stehen Austausch, Vernetzung, gemeinsame Ausstellungen und ein sicherer, inspirierender Raum („Safe Space“).

prideART bietet primär queeren Kunstschaffenden (LGBTQIA+) sowie allen, die Vielfalt und Toleranz aktiv unterstützen, einen geschützten und inspirierenden Raum.

  • Disziplinen: unter anderem Malerei, Zeichnung, Bildhauerei, Fotografie, digitale Medien und Performance-Kunst.
  • Für große Ausstellungen gibt es etwa fünf Monate vorab eine international ausgeschriebene Bewerbungsphase (‘Open Call’).
  • Ein wechselndes, versiertes Kuratoren-Team sichtet die anonymisierten Einreichungen und stellt daraus eine spannende Gesamtschau zusammen.
  • Etablierte Künstler und aufstrebende Talente sollen dabei die gleichen Chancen erhalten; Funktionsträger oder vermeintliche persönliche Sonderrechte spielen keine Rolle.

Mitglieder werden Teil einer lebendigen, demokratischen und international vernetzten Kunstgemeinschaft.

  • Starke Sichtbarkeit und bevorzugter Zugang zu den drei bis vier großen Hauptausstellungen und den dazugehörigen Ausstellungs-Katalogen.
  • Austausch mit Kunstschaffenden aus vielen Kontinenten sowie mit Sammler:innen und Kurator:innen.
  • Gleichberechtigte Mitentscheidung auf Mitgliederversammlungen (MV) und formlosen monatlichen Stammtischen.
  • Aktive Beteiligung durch ehrenamtliche Arbeitsstunden, zum Beispiel beim Ausstellungsauf- und -abbau.
  • Das solidarische Modell stärkt den Teamgeist, sorgt für faire Abläufe und hält die Vereinskosten niedrig.

Der Verein erhält keine öffentlichen Fördergelder und finanziert sich aus eigener Kraft. Die Mitgliedsbeiträge sind deshalb ein wichtiger Teil der wirtschaftlichen Basis.

  • Aktuell:
    120 € pro Jahr bzw. 10 € pro Monat (rund 33 Cent pro Tag), im Voraus als 12- Monatszyklus zu zahlen.
  • Ab 01.01.2027:
    180 € pro Jahr bzw. 15 € pro Monat. Diese Erhöhung wurde von der Mitgliederversammlung im Juni 2026 beschlossen. Zuvor war der Beitrag fünf lange Jahre trotz Inflation und regulärer Preissteigerungen stabil geblieben.
  • Einzelmitgliedschaft:
    offen für natürliche oder juristische Personen mit klarem Bezug zu Kunst und Kultur.
    Online-Anmeldung: http://wp.prideart.eu/mitglied-werden-bei-prideart-berlin-e-v/
  • Fördermitgliedschaft für Einzelpersonen, Organisationen und Firmen:
    69 €, 269 €, 569 € oder 969 € pro Jahr. Eine Spendenquittung kann auf Antrag gern ausgestellt werden: https://prideart.shop/?s=f%C3%B6rdermitgliedschaft&post_type=product

Alle Mitglieder tragen gemeinsam Verantwortung für das Vereinsleben und bringen sich über ein flexibles System ehrenamtlicher Arbeitsstunden ein.

  • Typische Aufgaben: handwerklicher Auf- und Abbau von Ausstellungen sowie Schichten bei der Ausstellungsaufsicht.
  • Auch administrative Unterstützung und Hilfe bei der Eventvorbereitung gehören dazu.
  • Ziel ist eine faire Verteilung der Arbeit, die Entlastung des Vereins, niedrige Betriebskosten und ein stärkerer interner Zusammenhalt.

Auch ohne eigene künstlerische Tätigkeit gibt es mehrere Möglichkeiten, die gemeinnützige Arbeit zu unterstützen:

  • Fördermitgliedschaft mit regelmäßigem, frei wählbarem finanziellen Beitrag.
  • Direkte Geld- oder gezielte Sachspenden; dafür kann eine steuerlich absetzbare Spendenbescheinigung ausgestellt werden.
  • Ehrenamtliche Hilfe bei Veranstaltungen, zum Beispiel am Einlass, an der Bar bei Vernissagen oder beim grafischen Gestalten von Flyern/Postern, beim Erstellen von Clips, etc.

3. AUSSTELLUNGEN & ATELIERHAUS

Seit dem Einzug in das Atelierhaus 2022 blickt prideART bis zum Jahresende 2026 auf 18 große öffentliche Ausstellungen zurück.

  • Pro Jahr: drei bis vier große Kunst-Ausstellungen plus kleinere Projekt-Events.
  • 2022–2026: geschätzt rund 2.600 verschiedene Kunstwerke aller Medien und Formate.
  • Eine typische Quartals-Ausstellung: 40–50 Kunstschaffende aus zumeist vier Kontinenten und rund 120–150 temporäre Werke.
  • Zusätzlich sind dauerhaft etwa 100–150 Werke in den Atelierzellen der 20 festen Mieterinnen und Mieter zu sehen.
  • Beispielsweise bei “Unbound 2026“: insgesamt 72 Künstlerinnen/Künstler und rund 220 Exponate.
  • Gezeigt wird bewusst eine breite Auswahl an Stilen und Preisklassen – unabhängig und ohne Zensur.
  • Als gemeinnütziger Verein unterstützt prideART kraftvoll und zielgerecht die queere Community Berlins und durch ausländische Kooperationen zusätzlich auch die internationale Kulturszene.

Das historische Atelierhaus verfügt über rund 20 feste Atelierzellen. Wegen der hohen Nachfrage werden sie nach klaren Kriterien und über eine offizielle Warteliste vergeben.

  • Fast zwei Drittel der Ateliers werden mittlerweile von weiblichen Kunstschaffenden genutzt.
  • Bewerbung für eine dauerhafte Miet-Atelierzelle (Resident-Mieter:in) per Email an: info@prideART.eu
  • Interessierte erhalten eine Führung, Antworten auf ihre Fragen und die Möglichkeit einer dreimonatigen Probezeit zum gegenseitigen Kennenlernen.
  • Einige Mieter:innen nutzen ihre Atelierzelle zum Arbeiten vor Ort (Werkstatt, Studio), andere Mieter nutzen den Raum zum Zeigen (Showroom).
  • Voraussetzung ist neben der künstlerischen Eignung die Bereitschaft, aktiver Teil der solidarischen Gemeinschaft zu sein.

Da prideART ausschließlich von unbezahlten Ehrenamtlichen getragen wird, gibt es außerhalb der Veranstaltungen keine regulären Öffnungszeiten. Immerhin wollen die zahlenden Mieter ungestört kreativ arbeiten können.

  • Individueller Besuchstermin: nach Vereinbarung per Email an info@prideART.eu.
  • Während offizieller Kunstausstellungen und Events gelten reguläre Besuchszeiten. Alle Details werden über Instagram.com/PrideArt_Berlin und Facebook.com/PrideARTberlinGalerie veröffentlicht.
  • Eintritt: grundsätzlich frei; freiwillige Spenden sind gern willkommen.
  • Auf dem gesamten Gefängnisgelände – einschließlich Boutique-Hotel THE KNAST, Restaurant, Cocktailbar sowie dem prideART-Atelierhaus – gilt eine No-Kids-Politik. Mindestalter: 18 Jahre.

Ja. Die meisten ausgestellten Arbeiten können direkt vor Ort erworben werden.
Das Preisspektrum reicht von Einstiegswerken für etwa 50 € bis zu Sammlerstücken für 16.000 €.

  • prideART ist keine kommerzielle Galerie mit bezahlten Angestellten, sondern ein gemeinnütziger Künstlerverein mit unbezahlten Ehrenamtlichen.
  • Der Verein verkauft nicht eigenständig, sondern vermittelt lediglich zwischen Kunstschaffenden und Sammler:innen. Die Kaufabwicklung erfolgt in enger Absprache mit den jeweiligen Kunstschaffenden.
  • Bei Interesse: während der Ausstellung direkt ansprechen oder eine Email mit dem Titel des Werkes senden.
  • Der Erlös kommt den Künstlerinnen und Künstlern zugute; ein fairer Anteil (20% bzw. 40%) fließt als Provision an prideART zurück und unterstützt die gemeinnützige Vereinsarbeit.

Ja. Der persönliche Austausch zwischen Kunstschaffenden und Publikum ist ein wichtiger Teil des Vereinskonzepts.

  • Zu den drei bis vier großen Hauptausstellungen gibt es jeweils ein kleines Rahmenprogramm mit Vernissagen und Finissagen.
  • Bei großen Ausstellungen – im Herbst 2026 etwa „UNBOUND 2026“ – werden geführte Touren durch das historische Atelierhaus angeboten.
  • Bei Atelier-Rundgängen öffnen die 20 festen Resident-Mieterinnen und -Mieter ihre Atelierzellen und geben Einblicke in ihre Arbeitsprozesse.
  • Hinzu kommen gelegentlich moderierte Künstlergespräche und thematische Diskussionsrunden. Termine werden über die Social-Media-Kanäle bekanntgegeben.

Auf dem gesamten Areal des historischen ehemaligen Gefängnisses – einschließlich Boutique-Hotel THE KNAST, Restaurant und Cocktailbar im Kuppelsaal – gilt generell ein Mindestalter von 18 Jahren.

  • prideART schließt sich dieser einheitlichen Regelung an.
  • Der Verein legt den ausstellenden Kunstschaffenden im Sinne der Kunstfreiheit keine inhaltliche oder thematische Zensur auf.
  • Da Werke unzensiert und teils provokant gesellschaftliche oder geschlechtliche Identitäten, Zwänge und freie Themen behandeln, wird das Mindestalter mit dem gesetzlichen Jugendschutz begründet.
  • Damit soll ein rechtlich geschützter Rahmen für Kunst und Publikum gewährleistet werden.

Ja, unter bestimmten Voraussetzungen. Das historische Gebäudeensemble in der Lichterfelder Söhtstraße wird gelegentlich von nationalen und internationalen Produktionsfirmen als Kulisse genutzt.

  • Zu den genannten Produktionen gehören die Erfolgsserie „Babylon Berlin“, die TV-Staffel „4 Blocks“, der Hollywood-Blockbuster „The Monuments Men“ von und mit George Clooney, „Die Känguru-Chroniken“ und die ZDF-Sitcom „Im Knast“ sowie Kriminalfilme und Musikvideos namhafter Künstler.
  • Die Vermietung der denkmalgeschützten Bauwerke erfolgt nicht über prideART, da der Künstlerverein selbst nur Mieter ist. Zuständig ist der Eigentümer, der alle Anfragen gern prüft.
  • Die Einnahmen aus Motivgebühren fließen zu 100 % in den Erhalt des denkmalgeschützten Gebäudes.
  • Anfragen mit konkreten Projektdetails bitte an: J.Atmadi@TheKnast.de

4. STANDORT & HISTORIE

Der Standort im denkmalgeschützten ehemaligen Frauengefängnis Berlin-Lichterfelde hat für prideART eine symbolische Bedeutung: Ein früherer Ort von Kontrolle, Isolation und Unfreiheit wird heute als Raum für Begegnung, Kreativität und Toleranz genutzt.

  • Der dreistöckige Zellentrakt gruppiert sich um einen Lichthof und bietet eine ungewöhnliche Kulisse für Kunst.
  • Die vormalig düsteren, grauen Gefängniszellen werden heute als bunte Atelierzellen genutzt.
  • Der Verein versteht diese Umnutzung als Zeichen gesellschaftlicher Transformation: „Aus Unfreiheit wird Freiheit” und “Aus strikter Kontrolle wird freiheitliche, unzensierte Kunst“

5. VEREIN & ORGANISATION

Nein. Nach einer schwierigen Gründungsphase ist der Verein heute organisatorisch stabilisiert und finanziell konsolidiert. Der komplett reformierte Verein prideART Berlin blickt voller Zuversicht in eine kreative Zukunft.

  • In den ersten zwei Jahren geriet die Vereinskasse durch allzu sorglose Budget-Inkonsequenzen stark unter Druck; der Verlust der Gemeinnützigkeit und sogar eine mögliche Auflösung durch das Amtsgericht standen zeitweise im Raum.
  • Im Spätsommer 2023 führten stetige Unterdeckungen und allzu leichtfertige, überbordende Ausgaben zu einer kritischen Phase, die ein sofortiges, energisches Einschreiten erforderlich machte. Eine drohende Insolvenz konnte schließlich durch den großartigen Zusammenhalt der Gemeinschaft erfolgreich abgewendet werden. Die eilig einberufene Mitgliederversammlung wählte nahezu einstimmig zwei neue Führungskräfte und erteilte ihr damit einen klaren Reformauftrag.
  • Nach dem freiwilligen Rückzug der Gründergeneration leitete der neue Vorstand zum Jahreswechsel 2024/2025 eine tiefgreifende Umstrukturierung ein.
  • Seitdem wird der Verein vom 1. Vorsitzenden Dipl.-Ing. Henning von Berg und Schatzmeister Dr.-Ing. Joachim Köhrich geleitet.
  • Durch strikte Kostendisziplin wurden systematisch das erhebliche Defizit, die monatliche Unterdeckung und alle aufgestauten Verbindlichkeiten abgebaut. Auch vertragliche Zahlungen an den Vermieter erfolgen seither wieder pünktlich und verlässlich.
  • Seit Sommer 2025 gilt der Verein organisatorisch als nachhaltig stabilisiert und finanziell als vollständig konsolidiert. Die Gemeinnützigkeit ist gewährleitet, die Zukunft nachhaltig gesichert.

Nach dem freiwilligen Rückzug der Gründergeneration startete der neu gewählte Vorstand zum Jahreswechsel 2024/2025 zügig mit einer umfassenden Umstrukturierung und Professionalisierung. Der Reformauftrag an den neuen Vorstand war daher klar:

Eine Ausgabenpolitik mit Sinn und Verstand. Kostendisziplin – zukünftig stets unter dem ökonomischen Gebot der Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit.

Es galt, die grundlegenden Verwaltungsprozesse radikal zu optimieren und gleichzeitig den tief verankerten sozialen Anspruch zu wahren.

Natürlich sollte prideART Berlin kein Kommerz-Betrieb werden und keine profit-orientierte Galerie. Der Fokus lag ganz klar darauf, unbedingt gemeinnützig zu bleiben – weiterhin mit hohem sozialen Engagement. Ein dynamisches Sammelbecken als attraktive Top-Adresse für etablierte Namen und gleichzeitig erschwingliches Zentrum für Nachwuchstalente ohne große finanzielle Mittel.

Doch gerade diese äußerst breit gefächerte Aufgabe erfordert einen besonderen Spagat, um die Finanzierung dauerhaft sicherzustellen; insbesondere, da das Projekt vollständig ohne öffentliche Fördermittel auskommen muss. Kostendisziplin für ein langfristiges Überleben unserer kreativen Gemeinschaft.

  • Effiziente Verwaltung: Interne Abläufe wurden geordnet und gestrafft, Prozesse digitaler gestaltet und unproduktive Kosten durch eine strikte Ausgabenkontrolle drastisch reduziert.
  • Stabilere Einnahmen: Eine verbesserte Zahlungsmoral bei Raummieten, Mitgliedsbeiträgen und Teilnahmegebühren stärkt nachhaltig die Liquidität.
  • Gelebte Demokratie: Mitglieder beteiligen sich aktiv über ehrenamtliche Arbeitsstunden. Grundlegende Entscheidungen werden gemeinschaftlich und ohne Sonderrechte Einzelner getroffen.
  • Internationales Kunstprogramm: Durch das erweiterte Programm wurden mehr Ausstellungs-Teilnehmende gewonnen; die gedruckten Kataloge erreichen nun ein professionelles Premium-Niveau.
  • Optimiertes Raummanagement: Die Zahl völlig überfüllter Lagerräume wurde halbiert, um wertvolle Flächen für die Vermietung freizugeben und zuverlässige, dauerhafte Resident-Mieter zu gewinnen, die auch tatsächlich zahlen.
  • Zielgruppenorientierte Vermietung: Neu geschaffene Atelierräume werden regional zu günstigen, aber wirtschaftlich tragfähigen Preisen angeboten. Heute werden fast zwei Drittel der Atelierzellen von weiblichen Mietern genutzt.
  • Nachhaltiges Wachstum: Der Verein ist seit Sommer 2025 wirtschaftlich solide aufgestellt, finanziell konsolidiert und wächst zukunftssicher.

Seit Dezember 2024 liegt die Führung bei den amtlich eingetragenen Vorständen Dipl.-Ing. Henning von Berg (1. Vorsitzender) und Dr.-Ing. Joachim Köhrich (Schatzmeister).
Es ist kein Geheimnis, dass die turbulenten Anfangsjahre durch kreative Spontanität und gutgemeinte Improvision geprägt waren. Aus der damaligen Zerreißprobe ist die professionelle Leitungsstruktur hervorgegangen, die dem Verein heute dauerhafte Stabilität und echte Nachhaltigkeit bietet.

  • Spätsommer 2023: In einer Phase eines ohnehin hohen Defizits in der Vereinskasse kam es zu undurchsichtigen Unregelmäßigkeiten. Jemand hatte sich eigenmächtig ein unverhältnismäßig hohes Gehalt bewilligt, das über vier lange Monate durch einen befreundeten Bevollmächtigten stillschweigend ausgezahlt wurde und die sowie leere Vereinskasse unnötigerweise noch zusätzlich belastete.
  • Der damalige 2. Vorsitzende Markus trat am 30.08.2023 unter Protest zurück und bereitete anschließend weitsichtig eine umfassende Überprüfung vor. Um mehr Licht in die finanzielle Schieflage zu bringen, initiierte er eine außerplanmäßige Mitgliederversammlung. Wenig überraschend legte der damalige Schatzmeister unvermittelt seinen Posten nieder.
  • Die Außerordentliche Mitgliederversammlung (A-MV am 23.11.2023) markierte den Wendepunkt in der Vereinsgeschichte. Die Mitglieder dankten Markus für seine aufklärende Initiative und forderten ein akutes Umsteuern mit personellen Konsequenzen. Joachim bot spontan seine Hilfe an und stellte sich für die Neuordnung der Finanzen zur Verfügung. Er wurde einstimmig zum Schatzmeister gewählt, während Henning gedrängt wurde, den 2. Vorsitz zu übernehmen. In den Folgemonaten rollten die beiden Effizienz-Experten alle bisherigen Vorgänge analytisch auf, wodurch das unnötige Überstrapazieren der Vereinskasse lückenlos aufgedeckt werden konnte. Nun legte auch der damalige 1. Vorsitzende sein Amt nieder.
  • Bei der gut besuchten Mitgliederversammlung am 05.09.2024 kamen die fundierten Ermittlungs-Erkenntnisse zur Sprache. Die verdutzen, irritierten Mitglieder forderten eine weitergehende Aufklärung sowie einen deutlichen Neuanfang, um den Verein als Ganzes zu sanieren. Als Vorstände mit jahrelanger Erfahrung und fachlicher Expertise wurden Dr. jur. Sissy Kraus zur 1. Vorsitzenden gewählt sowie Henning und Joachim in ihren Ämtern bestätigt.
  • Wegen unerwarteter familiärer Verpflichtungen mußte Sissy leider nur sechs Wochen später ihr Amt niederlegen; Henning wurde kommissarisch zum 1. Vorsitzenden nachberufen (kooptiert).
  • Im Dezember 2024 wurde Henning als 1. Vorsitzender in das Vereinsregister Berlin eingetragen und führte dann gemeinsam mit Schatzmeister Joachim den Verein aus der Krise.
  • Bei der Mitgliederversammlung (MV am 25.06.2026) bestätigen die Mitglieder einstimmig den eingeschlagenen Kurs der Effizienz und Transparenz. Ohne verfügbare Nachfolgekandidaten an dem Tag wurden die beiden beauftragt, ihre Leitungsfunktionen weiterhin auszuüben.
  • Der reformierte Künstlerverein prideART Berlin steht heute wieder fest auf einem wirtschaftlich soliden Fundament und blickt stabil strukturiert und künstlerisch breit aufgestellt voller Zuversicht in eine positive Zukunft.

Lars Deike ist einer von sieben Mitgründern von prideART Berlin.
Um dem zuvor formlosen Kollektiv „Pride Art Berlin“ für die geplante Anmietung größerer Räumlichkeiten eine feste juristische Basis zu geben, wurde am 23. Februar 2022 der queere Künstlerverein „prideART Berlin e.V.“ vertraglich ins Leben gerufen.

  • Die ursprüngliche Initiative für das Gesamtprojekt war vom versierten Projektentwickler Dr. Joachim Köhrich ausgegangen, der seit 2017 das ehemalige Frauengefängnis Lichterfelde mit hohen finanziellen Aufwand und jeder Menge Herzblut zum lebhaften Kulturstandort umbaute.
  • Das historische Gefängnisgelände umfasst mehrere denkmalgeschützte Gebäude. In den Bauteilen A und B entstand das stylishe Boutique-Hotel mit gehobenem Restaurant: THE KNAST.
  • Im Bauteil C, dem ehemaligen Zellentrakt mit 40 Schließzellen, die sich im Stil eines Atriums mit Innenbalkonen um einen zweistöckigen Lichthof gruppieren, war ein queeres Kunstprojekt vorgesehen. Deshalb hielt der Investor intensive Auschau nach einem Betreiber/Mieter.
  • Lars hatte seit 2018 in seinem Atelier am Berliner Ostkreuz mit dem losen Kollektiv „Pride Art Berlin“ einige Ausstellungen veranstaltet. Nach der Kündigung durch den Vermieter suchte die Gruppe „Deike And Friends“ eine neue Bleibe.
  • Joachim bot sein Atriumgebäude als Atelierhaus an. Um für die Anmietung eine rechtlich belastbare Vertragspartei zu schaffen, brachten Lars und seine Kollegen die notwendige Vereinsgründung auf den Weg. Sieben Künstlerfreude gründeten am 23. Februar 2022 den Künstlerverein “prideART Berlin”. Schon im März 2022 erfolgte der Umzug ins Atelierhaus.

Nein, Lars Deike ist kein Ehrenmitglied des Künstlervereins prideART Berlin e.V.

  • Die im Februar 2022 von der der Künstlergruppe um Lars formulierte Satzung sieht vor, dass Ernennungen zum Ehrenmitglied nicht automatisch erfolgen. Es bedarf eines offiziellen Vorschlags potentieller Kandidaten durch den Vorstand, über den die Mitgliederversammlung anschließend formal durch demokratische Abstimmung entscheidet.
  • Für 2022–2025 liegt keine protokollierte Nominierung durch den damaligen Gründervorstand vor. Weder im geprüften Vereins-GoogleDrive noch in den Büroakten fand sich ein entsprechendes Vorstandsprotokoll. Der damalige Vorstand hatte den Status nie offiziell beantragt, und deshalb gab es selbstredend auch nie eine Bestätigung durch irgendeine MV-Abstimmung.
  • Auf der Mitgliederversammlung vom 05.06.2026 brachte der amtierende Vorstand Henning unter TOP 08 den offiziellen Antrag ein, den Mitgründer Lars als Ehrenmitglied auszuzeichnen, doch die Gemeinschaft vertagte die Abstimmung darüber, einstimmig. Um in Zukunft eine sachgerechte, transparente und faire Auszeichnung qualifizierter Personen zu ermöglichen, wird nun zunächst eine exakte und verbindliche Definition für den Status ‚Ehrenmitgliedschaft‘ erarbeitet.

Nein. Lars Deike ist nicht mehr im Atelierhaus ansässig und hat keine ehrenamtliche oder leitende Funktion im Verein. Er ist reguläres Vereinsmitglied.

  • Als einer der sieben Mitgründer war er 2022 maßgeblich am Umzug ins Atelierhaus und an der kreativen, improvisierten Pilotphase beteiligt. Die Gründergruppe schied im Frühjahr und Sommer 2024 schrittweise aus der aktiven Vereinsarbeit aus.
  • Bei Quartalsausstellungen 2023 und 2024 wurden Lars wiederholt besondere Wandflächen für die Hängungen überlassen, um seine Werke sehr prominent zu zeigen. Bei der Frühjahrs-Ausstellung 2024 erhielt er sogar einen kompletten Raum im Erdgeschoss zur Verfügung gestellt. Kostenlos wohlgemerkt, während andere Künstlerkollegen für so einen VIP-Raum im Erdgeschoß hohe Mieten bezahlten.
  • Dennoch kündigte Lars am 30. April 2024 seine Atelierräume im Atelierhaus und konzentriert sich seither als Einzelkünstler auf Projekte außerhalb fester Vereinsstrukturen.
  • Mit der losen Gruppierung „Deike And Friends“ zeigt er Arbeiten an wechselnden Orten in Berlin, beispielsweise im Tätowierstudio TitanMen und im Café Brezel.
  • Unter “Lars Deike Paintings” präsentiert er öfters Einzelausstellungen, u.a. in der Poc Bar (Phnom Penh/Kambodscha), der Sansuk Gay Sauna (Pattaya/Thailand), sowie in Berlin im Beratungscenter Mann-O-Meter und zum Fetischfestival Folsom in der Männerkneipe Scheune.
  • Für die Herbstausstellung „UNBOUND 2026“ im prideART-Atelierhaus bewarb Lars sich im Juni 2026 über den allgemeinen Open Call im Internet. Bei der anonymisierten Bewertung aller 250 Einreichungen durch ein 19-köpfiges Kuratoren-Team wurden auch drei seiner eingereichten Gemälde offiziell akzeptiert. Somit war er einer von 62 internationalen Teilnehmern und ist im Ausstellungs-Katalog dokumentiert (ISBN 978-3-00-088327-9). Bei der Aufhängung im Atelierhaus wurde ihm Anfang September großzügig gestattet, ausnahmsweise vier anstatt nur die akzeptierten drei Werke aufzuhängen. Trotzdem äußerte er sich nachfolgend leider negativ, weil er für seine Kunst eigentlich einen besseren, prominenteren EG-Platz erwartet hatte…
  • Quintessenz: die prideART-Gemeinschaft bedankt sich bei Lars nochmals ausdrücklich für die gemeinsame Anfangszeit im Atelierhaus und wünscht ihm für seine Pläne als unabhängiger Einzelkünstler den verdienten Erfolg.

6. ZUKUNFTSVISION FÜR DAS ATELIERHAUS

Für das Jahr 2027 sind drei bis vier große queere Ausstellungen vorgesehen. Die genauen Themen und Daten sollen bei baldigen formlosen Mitgliedertreffen festgelegt werden. Sicherlich werden auch zukünftig unter anderem die Motto-Begriffe ‚Weiblichkeit‘ und ‚Männlichkeit‘ zum Kanon der künstlerischen Vielfältigkeit gehören. Wir freuen uns sehr über praktikable Vorschläge. 

Alle weiteren Einzelheiten werden rechtzeitig auf den zahlreichen Social Media-Kanälen publiziert. Bei konkreten Fragen bitte einfach eine Email senden an: Info@prideART.eu  

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